Zimmermannshaus

Noch bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts war die noch weitgehende Selbstversorgung am Lande im Mühlviertel üblich. Das Zimmermannshaus „Lackinger“ lädt ein zu einer kleinen Zeitreise in die Lebens- und Arbeitswelt einer Handwerkerfamilie mit einer etwa 2 ha großen Kleinlandwirtschaft.

Die bescheidene Stube mit einem gekachelten Herdofen und schräg gegenüber im Fenstereck mit dem Herrgottswinkel der Stubentisch mit den Stubenbänken war der Hauptwohnraum. Es war der einzig geheizte Raum im Haus mit einem kleinen Eisenöferl in der Übergangszeit. Hier wurde gekocht, gegessen, gebetet, gefeiert und gesungen. Die obere Stube diente als Schlafraum mit den Gewandkästen und Truhen für die Habseligkeiten, aber auch als Lagerraum für Getreide und Brot. Der eiserne Waschkessel ist im Vorhaus, wo auch das Zimmermannswerkszeug deponiert ist. Das Brot wurde in zwei Backöfen gebacken. Im hölzernen Kamin räucherte man Speck. Die zwei kleinen Stallräume boten Platz für eine Kuh mit Kalb, zwei Schweine und einige Hühner. Darüber lagerte man die Heu- und Strohvorräte für den Winter. Wasser holte man draußen vom Brunnen. In einem Erdkeller lagerte man Kartoffel, Kraut, Rüben und Möhren. Ein kleiner Hausgarten sorgte für Blumen und frisches Gemüse.

Foto: Hanna Fleischanderl
Foto: Hanna Fleischanderl
Foto: Hanna Fleischanderl